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wird am Strande in der Nähe bereit ſtehn.
Entfliehe nach Tſchesmé! Ich komme nach.
Kümmere Dich durchaus nicht um mich—
Alles iſt wohl berechnet. Auf Wiederſehn!“
Das Alles war ſo natürlich zugegangen— wie das Korn auf dem Felde wächſt! und ich hatte Alles mit meinen Augen geſehn, und es war mir gekommen, wie Regen und' Gewitter am Himmel.— An dem Streifen Papier erkannt' ich den hilfreichen, dankbaren und immer noblen Franzoſen, und an der verwegenen Unternehmung den jungen, noch kriegwarmen Offizier. Ich aber— ich ſollte entfliehen? Entfliehen iſt überall immer unredlich. Die ſchwerſten Lagen ſoll gerade der Mann beſtehen und ausfechten. Das Herz läßt nicht von ſeinem Edelmuth, und ein Schul⸗ diger iſt verzagter zu bleiben, ein Unſchuldiger iſt trotziger zu fliehen.— Aber ich mußte mir Alles gefallen laſſen— ſollte ich gegen meinen Freund kämpfen? ihn verrathen? ihn auch noch in's Elend ſtürzen? Die Windmühle in Brand zu ſetzen— wofür der redliche, reiche Freund dem Müller gewiß durch ein volles Geſchenk ge⸗ recht ward, oder ich— das ſollte die Aufmerk⸗ ſamkeit der wenigen Wachen auf dem Schiffe ab⸗ leiten, und die Menge umher zu dem Feuer.—
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