Teil eines Werkes 
5. Theil (1839) Das Volk ohne Magen / Romane von Leopold Schefer
Entstehung
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In dieſer langen Pein kam endlich des Nachts ein Traum, mich zu tröſten: ein herrlicher Jüng⸗ ling mit engelſchönem Geſicht, das allein zu ſe⸗ hen war, denn ſeine übrige Geſtalt umfloß vom Halſe herab ein ſilberner Mantel, aber es war, als wenn ſich tauſend Hände unter demſelben regten, als er zu mir ſprach mit ſo rührender Stimme, wie ich nie eine vernommen! Denn wer konnte mich tröſten? Und wer kann mich tröſten? — Mein Freund mein Bruder— der Magen! Ich gaubte unter die Seligen verſetzt zu ſein, als er mir ſeinen Namen nannte und Stand. Ich wollte ihn zu Gaſte laden, aber mit gemilderter Erhabenheit meinte er:„Ich ar⸗ beite nur und eſſe nicht, als Wute der Mund⸗ Köche. 7.

Das rührte mich tief, aber er ſprach:„Ar mer Freund! Wahrer Wittwer— ohne brauch⸗ baren Magen! Großgünſtiger Gönner und mäch⸗ tiger Wohlthäter, ach⸗ wie dauerſt Du mich! in einem Lande hier ohne eine einzige Küche, ohne Topf! Ich komme Dich tröſten— ich lebe noch! und Du ſollſt mit mir ein neues Leben leben, ja, ich will Dich lehren, daß Du nicht nur mit Mund, und Augen und Naſe genießen ſollſt— ſondern mit Seele! Gefühl und Edelmuth! Er⸗