Teil eines Werkes 
1. Band (1831) Der Unsterblichkeitstrank
Entstehung
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nem Laden. Sein Sohn erſchrak uͤber den Blick aus ſeines Vaters Augen auf Hilda, und rief einen fluͤchti⸗ gen Anhauch von Schamroͤthe auf deſſen Geſicht durch die leiſe Vorſtellung derſelben:„Herrn Warnkonigs Tochter! Fräulein Hilda!“

Der Vater biß auf die Lippen und ſpiach nur: „Ah, ah!“ aber er ſah die Currende in ihrer Hand, erbat ſie ſich hoͤflichſt von ihr, und wendete ſich voll heiligen Zornes gegen den Sohn. Denn da auch ihm die erbaͤrmlich⸗ſchoͤne Methode bekannt war, ſich bei Fremden, Gäaͤſten, oder Feinden, die man heimlich meint, dadurch ſchnell in einen unzweideu z jämmerli⸗ chen Reſpect zu ſetzen, daß man etwa ſeinen eigenen Hund barbariſch vor ihren Augen durchpruͤgelt, oder noch beſſer, wohl gar ihm bei wichtigen Fällen ein Auge aus dem Kopf ſchlaͤgt; einen Bedienten die Treppe hinunter zu werfen droht oder wirklich wirft, oder das reizende Stubenmädchen in den Thurm ſetzen läßt— ſo wandte Herr Mauskopf auch hier dieſe fuͤr einen Waſchbär gewiß edle Methode aus Rache gegen den Sohn an, und ſprach:„Nun, Du Edler von Maus⸗ kopf— verzeihen Sie, Herr von Mannskopf— Du ungerathener Sohn! iſt es nicht genug, daß Du mir der Mutter Vermoͤgen entzieheſt, Dich von Deinem Vater, wie von einem Ausſaätzigen, fern etablirſt und ein Gut kaufſt, und unſeren alten Namen Mauskopf verlaͤugneſt? Verraͤthſt Du uns noch, daß Du die⸗ ſem ſehr lieben und ſchoͤnen Fraulein hier die Cur⸗

Schefers neue Nov. I. 25