den muͤtterlichen Labetrank mit haͤrterer Speiſe ver⸗
tauſchte, zur Wartung und Pflege ubergeben.
Das Verſchwinden des allgemein geliebten und vom Damen⸗Zirkel hoch gefeierten Harald erregte Auffehen und Muthmaßuhgen. Doch Niemand ahnte die eigenthümliche Urſache, und man kam endlich
uͤberein, daß er in heimlichen Geſchaͤften des Faͤrſten
verſendet ſey. Eine myſtiſche bedentende Miene deſ⸗ ſelben, ein vielſagendes Schweigen der kleinen Ex— cellenz machten die Sache zur Gewißheit, und nur dieſe allein erſchöpften ſich vergebens in Vermuthun⸗ gen, Schläßen und Folgerungen, doch nichts gab Aufſchluß, und bei jedem ſchwierigen Geſchäfte ent—
behrten Beide den ſchnell und alles uͤberblickenden Arbeiter.
Schoͤner noch kehrte nach dem Gebrauch des Ba⸗ des die mätterliche Fuͤrſtentochter zurück. Die Mit⸗ wiſſer des Geheimniſſes waren entfernt, der Bekuͤm⸗ merten aber, auf Veranlaſſung der Fuͤrſtin, der Tod des Knahleins hinterbracht. Doch immer treu und immer zärtlich bewahrte ſie das Gedächtniß des ge⸗ liebten Freundes.
Luſtig und munter wuchs indeſſen der Zeuge zärt⸗ licher Liebe neben dem Milchbruder auf. Beide hat⸗ ten eine bewundernswuͤrdige Rehnlichkeit, beide wa⸗ ren in ihren kindiſchen Spielen unzertrennlich, und nur eine unbedeutende Narbe an der Stirn, durch die Lanze eines Kampfgefährten verurſacht, unterſchied den Aeltern vom Jüngern.
Die Unterſtützung der Fürſtin kam regelmaͤßig an.


