Teil eines Werkes 
Fünfter Band (1825)
Entstehung
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mocht haͤtte. Die ohne Unterlaß ausgeſprengten Geruͤchte von Verraͤtherei unterhielten den immer regen Argwohn des großen Haufens. In einer be⸗ lagerten Stadt, beſonders in einer, deren Belage⸗ rung ſchon ſo lange dauert, uͤberhaupt in einer ſpa⸗ niſchen Stadt, die in ihren Mauern Partheien, Di⸗ plomaten und Moͤnche in ſich ſchließt, muß wohl das Mistrauen ſeinen Sitz aufſchlagen.

Die Acten des Prozeſſes wurden den Cortes vor⸗ gelegt. Neben einem edeln Character und einem ho⸗ hen Rufe erhob ſich ein verderbenbringender Schein⸗ Die bei Fortunato in Beſchlag genommenen Briefe ließen auf einen langen Briefwechſel mit Auswaͤrtigen ſchließen. Wie haͤtte man auch annehmen ſollen, daß dieſer Menſch blos darum gekommen und ſeinen Kopf gefaͤhrdet habe, um eine mordgierige Intrigue zu unterſtuͤtzen? Alonſo, der Bruder des Fray Pa⸗ blo, hatte eine Franzoͤſin zur Mutter, und dieſe Mutter, deren Ungluͤck man bezweifeln zu duͤrfen meinte, kam ſo eben aus dem feindlichen Heerlager, ja ſie geſtand ſogar ſelber, daß ſie zu Sevilla mit der Graͤfin in Verbindung geſtanden. Alle dieſe Um⸗ ſtaͤnde machten einen ſehr tiefen Eindruck. Das Vaterland der Donna Leonor und ihre Gegenwart in Cadir erregten ſelbſt in den vorurtheilsfreieſten Gemuͤthern einen Schatten von Argwohn. Ueber⸗ dies hatte das Zeitungsblatt Jaime's im voraus ſchon einige uͤberſpannte Koͤpfe dadurch aufgeregt, daß es die Maͤßigung unſeres edeln Kollegen als ei⸗ nen Beweis ſeiner Verraͤtherei darſtellte.