Teil eines Werkes 
Dritter Band (1825)
Entstehung
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278 Die Fremde war noch immer uͤber das Schmer⸗ zenlager hingebeugt. Auf einmal regte ſich Don Alonſo, ein tiefer Seufzer entſchluͤpfte ſeiner Bruſt, er oͤffnete dann ein wenig die Augen, hob das Haupt empor, ſah ſich voll Verwunderung um, und ſagte dann:„Wo bin ich? wo iſt meine Schweſter?“ Und indem er mit der Hand nach ſeiner Stirn fuhr, ſchien er voll Verzweiflung einen gluͤcklichen Traum, der ihm vorſchwebte, verſcheuchen zu wollen.„So erkenne doch,“ rief der Sohn Don Juan's ihm zu, „erkenne in mir deinen dich liebenden Freund wieder, der ſehr froh daruͤber iſt, dich dem Leben und dem Vaterlande wiedergeſchenkt zu ſehen.“—„Du alſo biſt es, Don Carlos? Ach, wie lange iſts doch her, daß wir uns das leztemal umarmten. So eben glaubte ich jezt auch Maria zu ſehen und zu hoͤren. Sie laͤchelte von der Hoͤhe des Himmels herab mir zu, und dennoch vergoß ſie Thraͤnen, die⸗bis auf mich niederfielen. Iſt es wirklich wahr, großer Gott, daß ich ſie nie mehr wiederſehen werde?“ Die Unbekannte hatte ihren Schleier zuruckgeſchlagen; der noch unſichere Blick Alonſo's ruhte auf ihr. Auf einmal ſtieß er einen Schrei aus, und Maria de las Anguſtias ſtuͤrzte i in ſeine Arme. Ihre Thraͤnen floſſen nun gemeinſchaftlich, und wir alle, die Gi⸗ tana, Don Carlos, vor allen ich, wir theilten die Ruͤhrung, die ihre Seele ergriffen hatte. Eine lange Weile hindurch ward das Stillſchweigen„ welches beide wahrend der ſuͤßen Umarmung beobachteten, blos durch Ausrufungen unterbrochen, die ſogleich