Teil eines Werkes 
2. Band (1876) Novellen
Entstehung
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donna, ſondern kreuz und quer durch die Stadt zu fahren.

Während der unfreiwilligen Spazierfahrt verlor das galante Paar den Späher wirklich aus dem Auge, kaum bog aber die ſchwerfällige Carroſſe in die Herren⸗ gaſſe, in welcher die Italienerin wohnte, ſo ſtand der Mann, der dem Reichskanzler den Schlag geöffnet hatte, wieder an der Ecke und grüßte.

„Haben Sie ihn geſehen“, flüſterte die Prima⸗ donna.

Der Fürſt nickte.

„Was hat dies zu bedeuten?“ fuhr die Italienerin fort,„ich fange an, mich zu fürchten.“ Sie ſchmiegte ſich ängſtlich an Kaunitz an.

„Es iſt offenbar ein Officiant der Keuſchheits⸗ commiſſion“, erwiderte der Fürſt,„welcher heraus⸗ kriegen will, wer die Göttin iſt, die mich begleitet.“

„Keuſchheitscommiſſion!“ wiederholte Diana,„mein Gott, Sie wiſſen, wie genau die Kaiſerin in ſolchen Dingen iſt, ſie würde einer Kammerſängerin, welche falſch ſingt, aber tugendhaft iſt, der erſten Künſtlerin Europas vorziehen, wenn die letztere eine Liaiſon hat. Sobald ich, und wäre es auch mit Ihnen, das ge⸗ ringſte Aufſehen errege, falle ich in Ungnade, verliere mein Engagement, um das mich alle Sängerinnen