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Salizische Geschichten : Novellen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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Alten aufgerichtet, ein geſchnitzter Schemel, nicht viel verſchieden von den Thronſeſſeln der Kaiſer zu Byzanz, mit rothen verblichenen Polſtern. Ein Holzblock, der eine höhniſche Fratze zu ſchneiden ſchien, diente als Fußbank, zu Häupten ragte drohend ein nackter, weiß gebleichter Pferdeſchädel.

Die Alte ergriff die Spindel, welche ſie auf den Tiſch gelegt hatte, winkte dem Prieſter Platz zu nehmen und ließ ſich ſelbſt wieder auf ihrem Sitze nie⸗ der. Der junge Geiſtliche betrachtete ſie einige Zeit ſchweigend.

Es war ein nicht gewöhnliches Weib, groß, hager, mit ſcharfer Naſe, einem Auge voll Geiſt und Kühn⸗ heit, ihr weißes Haar quoll beinahe ehrwürdig unter dem braunen Kopftuche hervor, ein weites graues Ge⸗ wand hüllte ſie mit maleriſchem antikem Faltenwurf ein.

„Nun was beliebt für ein Rath, heiliger Herr!“ ſagte die Greiſin lauernd.

„Ihr kennt geheime Kräfte der Natur“, begann der Prieſter,„man hat mich zu Euch geſchickt als einen Kranken“

„Ihr ſeid nicht krank“, erwiederte die Alte raſch und ſcharf,„das Einzige was Euch allenfalls fehlt, dürft Ihr nicht haben.“

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