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unterthanen entbrannte. Ich wuͤnſche, daß er der erſte und letzte geweſen iſt, der unſern Frieden geſtoͤrt hat.“
„Euer Wunſch wird am beſten erfullt werden, lieber Vater,“ ſagte Otto,„wenn ihr die Urſachen ganz hin⸗ wegzuraͤumen, oder wenigſtens ſoviel als möglich zu vermindern ſucht, die zu dieſen grauſamen Auftritten Veranlaſſung gegeben haben. Die Edeln kennen die Noth des Landmanns nicht, und behandeln ihn haͤrter, als ihre Vorfahren gethan haben. In der kurzen Zeit, wo mir die Anfuͤhrung eines Theils der Empoͤrer auf⸗ gezwungen ward, habe ich eingeſehen, daß ihre Klagen und Beſchwerden zum Theil gerecht ſind.“
„Mir legten ſie Forderungen vor,“ ſagte Falken⸗ ſtein,„die mich und Jeden, der ſeine väterlichen Rechte ungeſchmaͤlert auf ſeine Nachkommen bringen will, aufs hoͤchſte entruͤſten mußten.“
„Glaubt nicht, edler Graf,“ erwiederte Otto,„daß ich die uͤbertriebenen Anmaßungen jenes Fanatikers billigen werde. Das Volk, im Beſitz der Macht, wird dieſelbe immer mißbrauchen, und beſonders wenn es von Fuͤhrern geleitet wird, die ſeine Wuth reizen, ſtatt mildern. Ich habe euch die Beſchwerden ſchriftlich uͤbergeben, von denen ich glaube, daß ſie abgeſtellt wer⸗ den koͤnnen, ohne den Rechten der Edeln bedeutenden Schaden zu thun.“
„Ich erinnere mich,“ ſagte der alte Windeck,„daß mir der Graf dieſe Schrift vorgelegt hat, aber nicht der darin enthaltenen Punkte.“
„Sie ſind einfach,“ erwiederte Ottv.„Der Bauer
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