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Sechszehntes Kapitel.
Wir verließen unſern Helden im Kerker und in der Erwartung einer ſchimpflichen Beſtrafung. Der Wundarzt, der ihn noch einmal beſucht hatte, um ſein beſchaͤdigtes Bein zu verbinden, hatte ihm die Nach⸗ richt mitgetheilt, daß ſich ſo eben das Gericht unter dem Vorſitz Otto's von Windeck, eines weiſen und ſtrengen Mannes, verſammle, und daß er ſich gefaßt machen ſolle, vor demſelben zn erſcheinen. Der Chi- rurg hatte ihn auch kaum verlaſſen, als eine Wache in ſein Gefaͤngniß trat, um ihn zum Gerichtsſaale zu vegleiten. Hofer folgte ihr, entſchloſſen, die Feſtigkeit im Tode zu zeigen, die der unſchuld gebuͤhrt. Da er trotz der Vorſicht des Wundarztes kaum auf ſeinem Beine ſtehen konnte, ſo wurde er ſehr angenehm überraſcht, als er eine Saͤnfte fand, in welcher er, vor den neugierigen Blicken der Menge geſchuͤtzt, bis an die Stufen des Rathhauſes getragen ward, wo die Ge⸗ richtsverſammlung Statt fand. Als er ſeinen wanken den Gang, ſich auf die Schultern zweier Gerichtsdiener ſhend, mit niedergeſchlagenen Augen durch das Ge⸗ draͤnge ging, kam es ihm vor, als ſaͤhe er bei einem
gelegentlichen Aufblicken die Geſtalt von Hans und ſeinem Lehrer Baſil unter der Menſchenmenge, die ſich hier verſammelt hatte; er wandte jedoch ſeine An⸗ gen wieder zu Boden, vis er vor den geoffneten Fluͤ⸗ gelthuͤren des großen Saales ankam, wo die Gerichts⸗ verſammlung ſaß. Er mußte hier warten⸗ bis die


