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In Mitten der Nordsee : Erzählung für die Jugend / von Marie Roskowska
Entstehung
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Der ruhige Todesmuth, in den Heine's natürliches Ban⸗ gen ſich verwandelt hatte, übte eine erhebende Wirkung auf Rikmer; die feſte Zuverſicht auf die göttliche Gnade, welche dem Sünder vergiebt, erſchien ihm als ein rettender Anker, an den er ſich mit der ganzen Kraft ſeiner zagenden Seele anklammerte; in dem Munde des Knaben klangen die Worte ihm zugleich wie eine Verheißung der Vergebung. Als nun Heine immer voller und ſicherer weiter ſang, ſtimmte er mit ein, zuerſt leiſe und heiſer, dann lauter und heller. Heine's ganzes Weſen ging in dem Geſange auf, auch Rikmer vergaß zum Theil ſeine Noth. Niemand, der die ſchönen, melodiſchen Klänge unter dem klaren Sternenhimmel hinſchweben gehört, hätte geglaubt, daß ſie das letzte Gebet waren, welches zwei in der unermeßlichen Waſſerwüſte faſt ſchon Begrabene aus den Tiefen ihres Herzens zu dem Allmächtigen emporſandten.

Kraftvoll und feierlich ſcholl nun der Schlußvers über die Waſſer:

Jeſus lebt; nun iſt der Tod Mir der Eingang in das Leben: Welchen Troſt in Todesnoth Wird er meiner Seele geben, Wenn ſie gläubig zu ihm ſpricht: Herr, Herr, meine Zuverſicht!

So nimm uns denn auf, Vater im Himmel! ſagte Heine mit einem inbrünſtigen Blick nach Oben und Rikmer ſprach es ihm leiſe nach. Der letzte Augenblick ihres Lebens war da; im nächſten trieben ihre entſeelten Körper auf den Wogen.

Doch horch! was war das? Ein Ton, der Ton einer