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Das Hünengrab : historische Erzählung / von Otto Roquette
Entstehung
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ſich eines Entſetzens nicht erwehren und ſchwieg. Wenige Minuten darauf ward Wolfhilt wieder zwiſchen den Bäumen ſichtbar. Wie ſie groß und erhaben einherſchritt, ſich dann niederbeugte und lindernden Balſam auf die Wunde des jungen Ritters träufelte, glich ſie einer jener Walküren der nordiſchen Götterſage, die über die Schlacht⸗ felder ſchreiten und aus den gefallenen Streitern die Helden auswählen, um ſie von der Wahlſtatt in die Stätten ewigen Ruhmes und Glückes zu führen.

Ein großer graubärtiger Alter war inzwi⸗ ſchen ebenfalls zum Platze gekommen.

„Ragnachar,“ ſagte die Alte zu dieſem, der ihr Diener zu ſein ſchien,„faſſe den Verwundeten an und trage ihn zum Thurm, der Ritter da wird Dir helfen.“

Aber Ragnachar brauchte dem Befehle ſeiner Gebieterin nicht mehr nachzukommen, denn Richard erholte ſich plötzlich und ſchlug die Augen auf. Wolfhilt hob ſich ſchnell empor und verließ ihn, indem ſie ein Scheit Holz aus dem Feuer nahm, daſſelbe Ragnachar reichte und dann die übrigen brennenden Aeſte auseinanderzog, um die Flamme zu verlöſchen.