Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

460

ter den armen Nonnen, deren Geſchrei aus allen Zellen ertoͤnte. Mehrere Maͤnner mit Fackeln in ihren Haͤnden, ſtiegen langſam die Stufen hinab, und trugen eine weibliche Per⸗ ſon, deren Haar im Winde flatterte, und die ſo eben dem Schlafe entriſſen ſchien, auf ihren Armen. O Gott! es war Almaide! Ich floh auf ſie zu. Don Francisco erkuͤhnte ſich ſie in ſeine Arme zu druͤcken. Ich rief das Ungeheuer bei Namen, und ſchwur ihm den Tod; er aber befahl kaltbluͤtig ſeiner Rotte, ſich meiner zu bemaͤchtigen. Ein ver zweifeltes Gefecht entſpann ſich auf der Stelle.

O! warum leerte der Himmel ſeinen Zorn nicht uͤber mich allein aus! Welche fin⸗ ſtere Macht lenkte die Spitze meines Schwer⸗ tes? Warum fuͤhrt das blinde Schickſal tu⸗ gendhafte Herzen zu unwillkuͤhrlichen Verbre⸗ chen? Es bedurfte nur eines Lichtſtrahles, der zwar mein Ungluͤck auf dem hoͤchſten Gip fel gebracht haͤtte, aber doch unſere Unſchuld wuͤrde bewahrt haben. Ach! er erſchien allzuſpaͤt!

Ich vertheidigte Almaiden! Ihre Thraͤ⸗ nen ſprachen den feigen Schurken, die gegen