Teil eines Werkes 
2. Buch (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Skizzen, aber Skizzen, welche aeu die ſinhiiſe Kenntniß des

Gegenſtandes verrathen ꝛc. 2c.

DasIlluſtrirte Familienbuch des öſterreichiſ S8 Loyd ſagt im 11. Hefte des XII. Jahrgangs:Wir können dies Werk an⸗ gelegentlichſt empfehlen. Der Verfaſſer hat ſich aus London ein Studium gemacht, wie es wenige Schriftſteller,⸗ die us bisher Sitten und Menſchen der großen Metropolis zeichneten, won ſich rühmen können. Er hat es durchſchweift nach öllen Richtungen, geſehen zu allen Tageszeiten, er redet ſeine Sprache, er kennt ſeinen Jargon von A bis Z faſt zu gut und genau. Manchem, der London nicht kennt, wird hier zu viel geboten, es wird ihm unver⸗ ſtändlich bleiben, aber er wird es ſich ſagen, daß dies ſo detaillirt ausgeführte Bild ſprechend ähnlich iſt wie man das ja auch von guten Porträts ſagen kann, ohne das Original zu kennen. Am beſten aber hat der Verfaſſer die Seite des Londoner Lebels, welche dem Fremden zuerſt ſich aufdrängt, ihn faſt betäubt, wieder gege⸗ ben, und zwar das Ungeheuerliche und Rieſenmäßige, welches alle Dinge hier annehmen; er hat es ſchon durch den Ton, durch die ganze Haltung ſeines Buches getroffen wenn man das Puch durchleſen hat, fühlt man ſich im Wirbel, wie wenn man an einem ſchönen Tage durch Regent⸗Street, Oxford⸗Street oder an den Strand geht, und man ſagt ſich dann ganz daſſelbe, was man ſich inmitten aller dieſer londoner Lebenserſcheinungen ſagt, daß das genus Homo, wenn man drei Millionen Exemplare davon auf einen Fleck etwas Dämoniſches wird.

Tag und Nacht in London, meint dieH Hamburger Preſſe in Nr. 52,bietet ſich in bunter Ausſtattung, mit mei⸗ ſterhaften von William M. Connell durchmiſcht. Rodenberg, deſſen pvetiſche, überaus farbenreiche Erzählungsweiſe bereits eine allgemeine Anerkennung gefunden, weiß nicht nur ſpan⸗ nend zu plaudern, er feſſelt und belehrt und giebt auch in dieſem Buch einen reichen Schatz von Erfahrungen zum Beſten, die er während ſeiner Londoner Studien geſammelt. Aus der Lektüre nimmt man ſo lebendige Bilder des Londoner Straßenlebens mit fort, daß der Leſer käum mehr überraſcht ſein dürfte, wenn er ſich am Strand, am Manſionhouſe oder in Regentſtreet befände.

Um ſo leichter wird es dieſe Novitit auf das Wärmſte zu empfehlen. 2