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bekommen; einer jener Tage, wo alle Trau⸗ rige hoffen, alle Lerchen ſteigen, alle Tau⸗ ben bruͤten, und alle Buben kreiſeln. Das
war von Einfluß auf mein literariſch⁊ artiſti⸗
ſches Ziel: ſchaffte mir's doch ſchon vor dem Hauſe meines Nachbars Stoff zu einer guten Reflerion!— Schnauzmanns Gottlieb ſaß an der Thůr im Sande, und hatte, von der Mutter beauftragt, die einjaͤhrige Schweſter in ſeiner Verwahrungsanſtalt— zwiſchen den Knieen naͤmlich. Der Junge phantaſirte muſikaliſch, und frey genug, indem er mit gewaltiger Stimme Tone ausſtieß, die, ſtei⸗ gend und fallend, unverkennbar darlegten, was die leuchtende Außenwelt auf ſeine Phantaſie und ſein Gefuͤhl wirkte, und zwar, ohne daß er's wußte, auch ohne daß er etwas damit wollte, außer eben ſeinem angeregten Innern Luft machen. Das Maͤdchen, ihrer


