73— Drohet die Sonne, die Morgens ergluͤhte, Nicht für den Abend Wettergeſtuͤrm? Kruͤmmt ſich um die Roſenbluthe, In der Nacht Kaum erwacht, Fruͤh nicht nagendes Gewuͤrm?
Haſt du das Schoͤnſte kaum dir gefunden, Iſt's in die Ferne weithin geeilt. Jedes Gluͤck erliegt den Stunden: Lern' es ſehn, und geſtehn, Nur vergebne Sehnſucht weilt.
Das drang tief in Luciens Herz. Sie konnte nicht unterlaſſen, das Fenſter leiſe zu oͤffnen, und dem ſchwermuͤthigen Saͤn⸗ ger ein Wort zuzufluͤſtern, das ihn beruhi⸗ gen ſollte, ohne ihm Hoffnung zu geben.


