— 37— Und ihm ward Antwort:„Deine Jahre. Sie ſind gezaͤhlt, gezeichnet in mein Buch; Und ohne mich faͤllt keines deiner Haare: Dies, Sohn des Staubs, ſey dir genug.“—
Da netzten Thraͤnen ſeine Wangen: Doch ſchweigend lag er da vor Gott. Hervor war jetzt das Morgenroth gegangen, Von reinem Glanze ward ſein Haupt umfangen: Da milderte ſich ſeines Herzens Bangen; Und jetzt— jetzt rief ihn ſanft der Tod.
Doch, Wunder! was der Lebende gedacht, Wird vom Entſchlafnen nun vollbracht. Denn wie ſie ihn, in heißem Flehen, Umglaͤnzt vom Morgenroth, geſehen— Den Blick voll Liebe, Ernſt, Vertraun, Die Hand, zum Schaffen, Ordnen, Sorgen, Geſtuͤtzt auf ſeinen Stab— ſo jeden Morgen Und jeden Abend ihn die Seinen ſchaun; Wenn ſie ſich muͤhn, ſich freun, und ruhn, Spricht jeder: Seht, er merkt auf unſer Thun!—


