— 438—
Ich habe, wie geſagt, das Miniſterialſiegel reſpec⸗ tirt, es ar dies der wichtigſte Gegenſtand meines Zweifels, hörte ich den Burgemeiſter ſagen. Nun, ſo erſuch' ich Sie mir es auszuhändigen.
Stehe gleich zu Dienſten.
Arel ſagte der Tochter vom Hauſe ſüße Sachen, Dder Geheime Rath examinirte mich über meine Angelegen⸗ heiten, ich ſchwebte zwiſchen Verdruß über meine Ge⸗ ſtindniſſe und zwiſchen Seligkeit über Minna's Umar⸗ mungen und tröſtliche Küſſe.
Du verzogenes Kind, ſagte der Alte, Du verdirbſt ihn mir noch immer mehr, ordentlich wie mir zum Trotz unterbrichſt Du fortwährend unſer ſehr ernſthaftes Ge⸗ ſpräch, von dem doch Deine ganze Zukunft abhängt, mit Deinen übelangebrachten Liebkoſungen und Scherzen.
Bitte, Väterchen, nimm ihn morgen vor, heut aber laß ihn mir. Nicht wahr, wenn ich Dich ſehr ſchön bitte, ſo thuſt Du es?
Der Alte ſetzte eben ſeine ſtrenge Miene auf; als der Burgemeiſter hereintrat, und einen großen Brief brachte, welchen er dem Kriegsrath übergab mit dem Be⸗ merken, eine Staffette hab' ihn überbracht.
Der Kriegsrath erbrach ihn, las und blickte dann auf mich mit ſeiner mitleidigſten Miene, die er hatte.
Armer junger Freund, leſen Sie Selbſt, aus dem Spaß wird Ernſt, Sie ſind mein Gefangener und ein Gefangener des Königs, meines Herrn.
Es iſt nicht möglich, rief ich aus.
— N


