— 7—
coſtüm die altdeutſche Tracht, ein großer Kremphut mit
Hahnenfeder, drohende krumme Säbel und Piſtolen
geſchienen. Denn, ſagte er, jedermann kennt dieſe Dinge als Zeichen der Zerfallenheit mit der beſtehenden Ord⸗ nung, und wenn uns vollends ein Menſch in Uniform vegegnen ſollte, ſo ſtimmt alle aus Einem Munde das Lied an: Ein freies Leben führen wir.
Wir intonirten eben wie zur Uebung, da ſprengte ein Gensdarme um die Ecke des Gehölzes, ſtutzte erſt ein Wenig und ritt dann entſchloſſen auf uns zu, grüßte und begann:
Meine Herren, wenn Sie Studenten ſind, wie mir ſcheint, ſo kann ich Ihnen nicht ſo ohne Weiteres er⸗ lauben zu reiten und zu ſingen, ich muß vielmehr nach Ihren Päſſen und nach höheren Orts eingeholter Er⸗ laubniß zu ſolcher Freiheit fragen.
Wir ſind bewaffnet, mein Herr, ſagte der Kriegsrath.
Und keine Studenten? denn ich glaube nicht, daß die es wagen würden, ſich mit den Waffen in der Hand ertappen zu laſſen.
Darauf wollen wir antworten, wie uns geziemt, er⸗ wiederte drohend unſer Anführer.
Aber in dieſem Aogenblick war ihm der wirkliche Kriegsmann ſo zugewendet worden, daß er ſeine kriegs⸗ räthlichen Züge genau ins Auge faßte und mit einem ſehr behaglichen Gelächter ausrief: Ei gehorſamſter Die⸗ ner, mein verehrteſter Herr Rath, daß ich Thor doch auch nicht gleich an Sie gedacht! Denn wer ſonſt in ganz Preußen würde es wagen, dieſe halsgefährliche


