Und wenn Alles im ewigen Wechſel kreiſt, So beharrt doch im Wechſel ein ruhiger Geiſt.
Ja!— Das ſpricht aber für mich, und gegen den unruhigen Geiſt.
Es giebt keinen unruhigen Geiſt, und er beharrt in einem Wechſel ſo gut, als im andern, eben ſo gut auf der Reiſe durch Deutſchland, als auf der durch die Acten des hieſi⸗ gen Stadtgerichts; nur der Geiſt iſt und beharrt, und es iſt eine rechte Thorheit, eigen Haus und Heerd etwas feſtes und ſtehendes zu nennen. Dieſe Beſchränktheit——
Hier iſt der Paß, reiſen Sie in Gottes Namen! und wenn Sie wieder kommen, nehmen Sie ſich eine Frau, ſo hoff' ich, ſoll die Bekehrung ſchon noch gelingen.
Damit ſchieden wir von einander.
Sollte ſo etwas von Einfluß auf die Philoſophie ſein? dacht' ich in Weggehn.
Aber wie muß mich mein Unſtern grade den letzten Au⸗ genblick mit dem guten Manne zuſammenführen! Hab' ich nich doch bisher bei Karten⸗ und Billardſpiel immer aufs Beſte mit ihm vertragen.— Ob ich meine Gründe zur Reiſe habe? freilich werd' ich ſie haben, und die allerbeſten von der Welt; aber ich werde mich hüten, ſie ihm auf die Naſe zu binden. Würde er ſie etwa geſcheidter finden, als die ganze Weisheit, welche ich ihm ſo eben preis⸗ gegeben und, wie ſich zeigt, auch wohl beſſer verſchwiegen hätte?— Ich ſuche Poeſie.— Die Schrift ſagt: ſuchet, ſo werdet ihr finden. Freilich ſie blüht überall, wo nur Augen ſind, ſie zu ſehen. Immer aber iſt ſie nur eine
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