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daß er den braven, warmen, theilnehmenden Juͤngling verkannt hatte. So verbrachten ſie die wenigen Stunden, worin ſie ſich ſelbſt uͤberlaſſen waren, ſchweigend, faſt gedruͤckt neben einander. Es war ihnen unmoͤglich ein herzliches und noch mehr ein gleichguͤltiges Ge⸗ ſpräch unter ſich einzuleiten, ehe ſie beide mit einander ins Reine gekommen waren, und eben dies ſiel beiden ungemein ſchwer, weil jeder ſtolz und kraͤftig jede Ruͤhrung fuͤr un⸗ maͤnnlich hielt, und ſo ſcheneten ſich noch bei⸗ de ihre Herzen reden zu laſſen. Aber ſo wie der ſchwellende Strom, wenn erſt der Damm gebrochen, alles mit ſich fortreißt, ſo muß⸗ ten auch, wenn erſt die gegenſeitige Liebe die angebildete Scham endlich uͤberwunden hatte, beide fuͤr das, was ſie fuͤr das Hoͤchſte erkann⸗ ten, ſchwaͤrmende Gemuͤther ſich mit unwider⸗ ſtehlicher Gewalt ergreifen. 3
Und ſo geſchah es. Den erſten Abend, den außer dem Bette zu verbringen Woldemar ge⸗ ſtattet wurde, fanden ſich faſt alle, die bei


