70
mit der Hoffnung nieder, die Flatterhaftigkeit der jungen Amelie zu Gunſten eines ergötzli⸗ chen Zeitvertreibes lenken zu können. Er glaubte Alles, worauf die innige Ergebung Mariens Anſpruch machen konnte, erfüllt zu haben, in⸗ dem er ihr die Hoffnung, Emma zu beſitzen, aufopferte, und ſchlief vielleicht ein wenig be⸗ troffen über ſeine dreifache Liebe ein.
Herr de Lehon, obgleich völlig zu ſeinem Hang für die Literatur zurückgekehrt, liebte in⸗ deſſen noch immer ſeine Gattin, und ſah nicht ohne eine ſehr bittere Empfindung ihre wach⸗ ſende Vertraulichkeit mit Eugen. Er hatte An⸗ fangs in ſehr liebevollen Ausdrücken mit ihr davon geſprochen; aber Amelie nahm mit Ver⸗
druß Winke auf, die ſie Vorwürfe nannte;
und indem ſie immer auf ironiſche Bemerkun⸗ gen über ſeine Neigung zu der Poeſie zurück⸗ kam, entfernte ſie ſich immer mehr das Herz
ihres Gatten.
Er verbrachte jetzt beinahe den ganzen Tag in ſeinem Cabinette eingeſchloſſen, und wenn er


