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denn wie ſchlau und verſchlagen er ſich immer erwies, reichte ſein Kopf doch nicht hin, die ein⸗ fachſte Rechnung zn machen; dennoch klopfte ſein Herz vor Freude uͤber den unerwarteten Reich⸗ thum, der ihm zu Theil geworden war, und er beeilte ſich, denſelben fuͤr's Erſte unter einen großen Stein, am Haupte ſeines Lagers, in der Huͤtte zu verbergen.
Dann ſuchte er ſchmunzelnd eine Scherbe von einem zerbrochenen glaͤſernen Becher hervor, und ſagte, weniger um ſeine That zu beſchönigen, als der eigenen Einſicht und Vernunft ſich er⸗
freuend, leiſe bei ſich ſelbſt:„Treues Blut braucht die Mutter, ſie ſoll es auch haben, und beſſer ſogar als ſie erwartet, ich habe nie Jemanden betrogen oder beſtohlen, und ſelbſt in dieſem Au⸗ genblicke lege ich einen Beweis meiner Treue ab, indem ich etwas beſſeres gebe, als von mir ver⸗ langt worden iſt. Vom Herzen ſoll das treue Blut freilich quellen; das iſt aber zu viel von einem Menſchenkinde gefordert, doch quillt es ja von dem Herzen zum Daumen herauf, und in dem meinen wohnt ja doch eben ſo gute Treue, wie


