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zwar die Furcht, befriedigte aber nur ſehr wenig ihre Reugierde, die Guſtav durch den Vorwand zu beſchwichtigen ſuchte, daß ſie am Ufer einen Kahn gefunden, ſich in denſelben, von der ſchö⸗ nen Mondnacht gelockt, eingeſchifft, aber zu weit hinausgewagt, erſt ſpät den Punkt haͤtten wiederſinden koͤnnen, von dem ſie ausgegangen wären.
Sobald ſie ſich allein befanden, nöthigte Guſtav den Freund einige Tropfen heißen Wein's hinunter zu ſchlürfen; da war es erſt, als ließe auf ein Mal der Traum ſeine Seele los; er ſah
den Freund ſtarr an, dann das ihn umgebende freundlich erhellte Zimmer, riß ſich dann gewalt⸗ ſam aus Guſtav's Armen und bedeckte ſein Geſicht mit beiden Händen.
„Guſtav, Guſtav!“ rief er.„Du biſt es ja— laß mich, mich faſſen.— Wo komme ich her?“
„Ich fand Dich ſchlafend!“ gab ihm dieſer zur Antwort.
„Schlafend— ja ja! jetzt beſinne ich mich
— im Walde.“


