22
Sache ein Ende. Der Wirth und jenes raſende Weib ließen ſich leicht durch Geld be⸗ friedigen, keiner von beiden wußte wer ich eigentlich ſey. Wie auf den Befehl des Praͤ— tors, ward Thereſe mit ihrem Kinde aus dem elenden Dachzimmer, worin ſie ſich befand, unter einem angenommenen Namen in ein an— ſtaͤndiges Haus gebracht, wo niemand ihr vori⸗
ges Schickſal kannte.“ „Wir kehrten nach der Stadt zuruͤck, und in den erſten Wochen war es, als wenn gar nichts vorgefallen waͤre. Bald aber ſandte das Geruͤcht, das jedes, wenn auch jnur ganz kleine Ibweichen von dem duͤrren Pfad der Conve⸗ nienz unerbittlich beſtraft, ſeinen unſichtbaren Fluch uͤber uns. Mein Mann wurde zuerſt von ihm getroffen; ich ſah es ſeinen finſtern
Zuͤgen wohl an; nach und nach ward unſer
Haus leer, keine von meinen vielen Freundin⸗ nen beſuchte mich mehr; indeſſen, da Selting merkte, daß auch ich dieſen Wechſel der Dinge wohl einſah, allein daß dieſer mich durch den Beſitz ſeiner Liebe und Hochachtung weniger


