wuͤrde gehalten haben, wenn auch nicht Dia⸗ nens ernſte Anweſenheit allein dafuͤr geſorgt haͤtte, oͤfters ſtatt fand. Renie bluhte wieder heiter auf, wie eine thaubeperlte Roſe, welche das den Abend vorher geſenkte Haupt erquickt gegen die Morgenſonne erhebt. Der ſcharfe Muthwille war verſchwunden; zwar entſchlupf— te der Bruſt ein ſchwerer Seufzer, wenn von der Ankunft des engliſchen Prinzen die Rede war; allein ſie waͤhlte ſelbſt ihren Braut⸗ ſtaat, und nahm die Gluͤckwuͤnſche des Ho— ſes, zwar ein wenig erbleichend, aber mit der Wuͤrde ihres Standes an. In den Zir⸗ keln des Hofes, welche, ſo wie die Jagd, die zunehmende Kraͤnklichkeit des Koͤnigs ſeltner machte, wo Canſſade immer in der Beglei— tung des Koͤnigs erſchien, beim taͤglichen Be⸗ gegnen im Freien oder in der Meſſe, ſuchte ihr Blick den Geliebten nicht. Es war, als ſaͤhe ſie ihn alsdann nur in ihrem Herzen, gegen welches ihre Blicke geſenkt waren. Er dagegen hob das Haupt ſiegreich empor. Sein
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Donna Concha : Novelle. Die Freundinnen : zwei Erzählungen / Laurids Kruse
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