Er hatte ſich getäuſcht. Eben wie er in dem großen Saale neben der Vorhalle ſeines Schloſſes die Transparentgemaͤlde betrachtete, die den folgenden Abend in einer Glorie von tauſend bunten Lampen das Feſt der Tochter und ihrer Schutzheiligen, zu Ehren Beiber, verſchoͤnern ſollten, erſchien auf ſchnellen Roſ⸗ ſen ein Trupp Bewaffneter vor dem Schloſſe. Don Murviedro ließ ſich anmelden.— Be⸗ vor der Hausherr ſich von ſeinem Erſtaunen erholen konnte, trat dieſer ein, hielt ihm mit hoͤhniſchem Ausdrucke eine Art Verhaftsbefehl vor die Augen, und gebot ihm, ſich unver⸗ zuͤglich nach dem Stadtgefaͤngniſſe in Jaen unter ſeiner Begleitung zu begeben. Donna Concha und ihre Mutter hatten ſich in der Angſt zugleich mit Murviedro und zwei ſei⸗ ner Behleiter— denn die uͤbrigen blieben vor dem Schloſſe halten— in den ihnen bisher verſchloſſenen Sagl gedraͤngt. Kaum hatte die erſtere, noch ein halbes Kind, ge⸗ hoͤrt, wovon die Rede war, als ſie mit einer
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Donna Concha : Novelle. Die Freundinnen : zwei Erzählungen / Laurids Kruse
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