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Das Vierte Gebot oder die ungleichen Brüder / von Gustav Niebitz
Entstehung
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Erſtes Rapitel.

Du ſollſt deinen Vater und deine Mutter ehren.

Opbſchon der Vollmond hoch am Himmelszelte ſtand, deckte doch die weite Erde ein grauenſchwarzes

Wolkengewebe. Dafuͤr aber leuchtete deſto heller der

Winterſchnee durch die niedrigen Fenſter herein, welche, obwohl im Erdgeſchoß gelegen, kein ſchuͤtzender Laden verſchloß.

Schaute man aus der dunkeln Stube in das Freie hinaus, ſo duͤnkte es dem Auge, als laͤge ein weiter, großer Friedhof vor ihm ausgebreitet, auf welchem ein⸗ zeln ſtehende Baumſtumpfe und entlaubtes Strauchwerk die ſchwarzen Kreuze und Leichenſteine darſtellten. Im⸗ mer wiederkehrende Windſtoͤße ſauſten heulend uͤber die Flaͤche daher und warfen den feingekoͤrnten Schnee, wie aus einer Streuſandbuͤchſe prickelnd, an die kleinen Glas⸗ ſcheiben. In der ziemlich großen, aber niedern Stube war es, bis auf das ziemlich laute Schnarchen zweier Schlaͤfer, ganz ſtill. Endlich knarrte ein Raͤderwerk,

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