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Rosa : ein Lebensbild / von Agathe Rutenberg
Entstehung
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Hierauf fuhren ſie zur Frau von Grünheim und kehr⸗ ten erſt ſpät in der Nacht nach Hauſe zurück. Roſa, welche zu aufgeregt war, um ſchlafen zu können, ſetzte ſich an ihren Schreibtiſch, um an Eliſe zu ſchreiben.

1§„ —

Roſa an Eliſe.

So erhältſt Du denn den erſten Brief von mir, meine beſte Eliſe, aus der Stadt, in deren Vergnügun⸗ gen ſo Viele das ganze Glück ihres Lebens ſuchen und zu finden glauben. Alles iſt in dieſem Augenblick ſtill um mich her; das Geräuſch auf den Straßen, das mir ſo ungewohnt iſt, hat aufgehört, der filberne Mond blickt freundlich in mein Zimmer, die Stunde der Mitternacht

iſt längſt vorüber. So kann ich denn ungeſtört plaudern mit Dir, meiner einzigen Freundin; mit Dir, die ich unter

Allen, die ich kenne, am innigſten liebe. Ach, Eliſe, wie iſt doch hier Alles ſo ganz anders wie in meinem lieben Städtchen, wie iſt doch hier das Sinnen und Trachten der Menſchen ſo ganz verſchieden von Deiner Denkungsart! Nur nach Vergnügungen jagt man, um die Zeit auf die an⸗ genehmſte Weiſe zu verbringen, dies ſcheint einem Jeden die wichtigſte Aufgabe ſeines Lebens. Ich glaube, ja ich

hoffe es faſt, daß ich hier ganz auf mich allein angewieſen

ſein werde, denn wo ſollte ich auch ein Herz finden, das dem Deinigen gleicht?

Ein Herz, ſo edel, ſo ſbin⸗ ſo 3