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bald über das Meer und bringt mir etwas Schönes mit, wie es Nieda's Vater gethan hat? Eine Thräne fiel auf meine Stirn, dann aber ſagte meine Mutter ſanft:„Ja, wenn Du artig biſt, mein Kind.“ Seit dieſem Tage ſtand ich oft am Meere und ſchaute ſpähend hinaus, ob der er⸗ ſehnte Vater nicht bald käme und oft, wenn ich einen bun⸗ ten, wehenden Wimpel in der Ferne erblickte, eilte ich zur Mutter und verkündigte, daß nun der Vater käme. Aber dann wurde ſie immer ganz beſonders traurig und nachdem ich das einigemal bemerkt hatte, theilte ich ihr nicht ferner meine Erwartungen mit. So war ich ſechs Jahr alt ge⸗ worden; da erkrankte meine geliebte Mutter und ſtarb nach wenigen Tagen. Die Nachbarn begruben ſie und ſagten, ihr ſei nun wohl; ich aber blieb ganz allein in der Welt zurück. Eine mitleidige, aber arme Fiſcherfrau, die ſelbſt drei Kinder hatte, nahm ſich meiner an. Sie ſchickte mich in die Schule und ließ mich in den freien Stunden kleine Dienſte im Haushalte verrichten. Oft fuhr ich mit ihrem Sohne hinaus in die See und ſo heftig dieſe auch wogte und ſchäumte, ſo gefährlich auch unſere Lage auf dem ge⸗ brechlichen kleinen Nachen werden mochte, ſo fürchtete ich mich doch nie. Als ich zwölf Jahre alt war, verließ ich die Schule und trug Fiſche nach der Stadt zu Markte. Man ſagte mir dort, ich ſei ſchön, und kaufte gern von mir. Wie froh war ich dann am Abend, wenn ich meine kleine Baarſchaft in die Hände der guten alten Frau, die ſo treu für mich geſorgt hatte, legen konnte.


