„Ja,“ antwortete Lucia mit ſchwacher Stimme.
„In meinem Hauſe werden wir, Gott ſei Dank, ſo⸗ gleich Etwas finden; faſſet Muth, denn es iſt jetzt nicht mehr weit.“
Lucia ſank matt, wie vom Schlafe überwältigt, in die Sänfte zurück, und nun ließ die gute Frau ſie in Ruhe.
Für Don Abbondiv war dieſe Rückreiſe zwar nicht ſo angſtvoll wie der Herweg, inzwiſchen war ſie gleich⸗ wohl keine Vergnügungsfahrt. Sobald jene qualvolle Angſt von ihm abgelaſſen, hatte er ſich im Anfang ganz erleichtert gefühlt, aber bald begannen hundert andere Ver⸗ drießlichkeiten auf ihn einzuſtürmen, wie an dem Platz, wo ein großer Baum entwurzelt worden iſt, das Erdreich einige Zeit frei bleibt, in Kurzem aber ſich gänzlich mit Unkraut bedeckt. Er war für alles Uebrige empfindlicher geworden, und ſowohl die Gegenwart als auch die Ge⸗ danken der Zukunft boten ihm nur allzuviel Stoff zu Selbſtquälereien. Er empfand jetzt weit mehr als auf dem Herweg die Unbequemlichkeit dieſer Art zu reiſen, an die er nicht ſehr gewöhnt war, ganz beſonders auf dem Weg von der Burg bis in das Thal hinab. Der Sänftenführer ließ auf einen Wink des Ungenannten ſeine Thiere tüchtig ausgreifen; die beiden Mauleſel hielten einer hinter dem andern gleichen Schritt mit ihm, und ſo kam es denn, daß der arme Don Abbondio an gewiſſen ſteilern Stellen, wie wenn er von hinten in die Höhe geprellt würde, nach vorne ſchnellte und ſich, um ſein Gleichgewicht zu behaupten, mit der Hand am Sattel feſthalten mußte; deß ungeachtet wagte er es nicht, zu bitten, daß man langſamer vorangehen möchte; auch hätte er auf der andern Seite gewünſcht, ſo⸗ bald als möglich aus dieſer Gegend zu kommen. Wo der Weg vollends auf einer Erhöhung, einer Andämmung hinlief, da ſchien das Maulthier nach dem Brauche von Seinesgleichen aus purem Trotz ſich außen zu halten und ſeine Füße recht abſichtlich auf den Rand zu ſetzen, und ſo ſah denn Don Abbondio beinahe ſenkrecht unter ſich


