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Es fehlte nur noch an einem Hebel, einer Veranlaſſung, an irgend einem Anſtoß, um die Worte zu Thaten zu machen, und auch dieſe Gelegenheit blieb nicht lange aus. Mit Tages⸗ anbruch kamen die Bäckerburſchen mit vollen Brodkörben aus ihren Läden heraus, um damit in die Häuſer ihrer gewöhnlichen Kunden zu gehen. Die erſte Erſcheinung eines dieſer unglücklichen Jungen unter einem Volkshaufen wirkte wie der Einfall eines brennenden Schwärmers in eine Pulverkammer.„Seht, wie viel Brod da iſt,“ rie⸗ fen hundert Stimmen zugleich.—„Ja, für die Tyrannen, die im Ueberfluß ſchwelgen und uns verhungen laſſen wol⸗ len,“ ſagt Einer, nähert ſich dem Jungen, ſtreckt ſeine Haud zum Rande des Korbes empor, macht einen Ruck und ſagt:„Laß ſehen!“ Der Burſche wird bald roth, bald blaß, er zittert, er möchte geine ſagen:„Laßt mich gehen,“ aber das Wort erſtirbt in ſeinem Munde, er zieht die Arme an und ſucht ſie ſchleunigſt von den Gurten los⸗ zumachen.„Herunter mit dem Korb!“ ruft man inzwiſchen⸗ Viele Hände greifen zu; er liegt auf dem Boden, man ſchleudert das Tuch weg, das ihn bedeckt; ein warmer, angenehmer Geruch verbreitet ſich ringsum.„Wir ſind auch Chriſten, wir müſſen auch Brod zu eſſen haben,“ ſagt der Erſte,„nimmt ein Brod, hält es hoch emvor, um es der Verſammlung zu zeigen, beißt es an; Alles greift in den Korb, die Brode werden in die Luſt gehal⸗ ien; in weniger Zeit, als man es erzählt, war aufgeräumt. Diejenigen, die Richts bekommen hatten, brachen jetzt, durch den Anblick des Gewinnes der Andern gereizt und ermuthigt durch die Leichtigkeit des Unternehmens, haufen⸗ weiſe auf, um andern wanvernden Brodkörben nachzuſtellen; alle, die ihnen in den Weg kamen, wurden geplündert. Es war nicht einmal nöthig, den Trägern Gewalt anzuthunz diejenigen, die ſich unglücklicher Weiſe unterwegs befan⸗ den, ſtellten, als ſie ſahen, woher der Wind blies, frei⸗ willig ihre Laſt zu Boden und machten ſich auf und da⸗ von. Bei alle dem mußten weitaus die meiſten mit trocke⸗


