Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn. (1851)
Entstehung
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Blick von der Front her, z. B. von den nördlich gele⸗ genen Baſteien Mailands aus, von den andern weniger bekannten und gewöhnlicher geformten Bergen in dieſem engg⸗dehnten Höhenzug unterſcheipen.

Eine gute Strecke weit zicht ſich die Landſchaft allmilig und unaufhörlich bergan, dann aber zerſtückt ſie ſich in Hügel und enge Thäler, Abhänge und Ebenen, je nach dem Gerippe der beiden Berge und den Furchen, welche die Waſſer gegraben haben. Der von den ſchmalen Regenſtrömen durchſchnittene äußerſte Rand beſteht beinahe lediglich aus Sand und Kieſelgeſtein; das Uebrige ſind Felder und Weingärten, übeſäet mit Ortſchaften, Villen und kleinen Höfen; an manchen Stellen iſt das Gebirge mit Gebüſch überwachſen. Lecco, die größte dieſer Ortſchaften, die daher auch der ganzen Gegend den Namen gibt, liegt unter der Brücke am Seeufer und theilweiſe im See ſelbſt, wenn er an⸗ ſchwillt; es iſt heutzutage ein großer Flecken und auf dem beſten Wea, eine Stadt zu werden.

In den Zeiten, wo die Thaſſachen ſich ereigneten, die wir erzählen wollen, war dieſer bereits bedeutende Flicken auch ein Kaſtell und hatte deßhalb die Ehre, einen Kommandanten zu bewirthen, ſowie den Vortheil, eine bleibende Beſatzung ſpaniſcher Soldaten zu br⸗ ſitzen, welche die Mädchen und Weiber des Landes in der Sittſamkeit unterwieſen, von Zeit zu Zeit einem Ehemann oder Vater das Kamiſol ausklopften und am Ende des Sommers niemals ermangelten, ſich über die Weinberge zu verbreiten, um die Trauben zu lichten und den Lanvleuten die Mühſeliakeiten der Weinleſe zu erleichtern. Von einer dieſer Ortſchaſten zur andern, von den Höhen hinab zum See, von einem Hügel zum andern, durch die kleinen Zwiſchenthäler hinab liefen und laufen noch heut zu Tage viele ſchmale Kußpfave, bald ſteil, bald eben, bald ſanft gewiegt, größtentheils von Mauern eingrſchloſſen, die aus aroßen Felsſteinen beſtehen und ſtellenweiſe mit altem Epheu bekreidet ſind,