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Einleitung.
„Die Geſchichte kann mit Fug und Recht ein ruhm⸗ reicher Krieg gegen die Zeit genannt werden, denn ſie reißt dieſer die Jahre, welche ſie zu Gefangenen, ja ſogar ſchon zu Leichen gemacht hat, aus der Hand, ruſt ſie in's Leben zurück, hält Muſterung über ſie und ſtellt ſie von Neuem in Schlachtordnung. Aber die erlauchten Kämpen, die auf dieſer Wahlſtatt Pal⸗ men und Lorbeeren ernten, rauben nur die prunkvoll⸗ ſten und glänzendſten Beuten; ſie balſamiren mit ihrer Tinte die Großthaten von Fürſten, Potentaten und hochbetitelten Perſonen ein, ſie nähen mit der feinſten Nadel ihres Witzes die goldenen und ſeidenen Fäden hindurch, welche eine fortlaufende Stickerei von glor⸗ reichen Thaten bilden. Inzwiſchen iſt es meinem gering⸗ ſügigen Ich nicht verſtattet, ſich zu ſolchen Darſtellungen, zu ſolch gefährlichen Höhen emporzuſchwingen, in den Labyrinthen politiſcher Turniere beim Geſchmetter der Kriegstrommeten herumzuſchweifen: nur weil ich Kunde von denkwürdigen Thaten erlangt habe, die freilich bloß geringe und unbedeutende Leute betreffen, mache ich mich daran, das Andenken derſelben der Nachwelt zu hinter⸗ laſſen, indem ich eine einfache und unverfälſchte Dar⸗ ſtellung, eine Art von Bericht darüber entwerfe. Man wird darin auf einer engen Schaubühne trauervolle Tragödien reich an entſetzlichen Dingen und Scenen vornehmer Ruchloſigkeit finden, untermiſcht mit Zwi⸗ ſchenſpielen von tugendhaften Unternehmungen und engel⸗ gleicher Herzensgüte, welche dem teufliſchen Treiben entgegenwirken. Und wahrlich, wenn man bedenkt, daß
Die Verlobten. 1.


