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trat leichten Schrittes zur offenen Pforte in das Gehöft herein. Jetzt erſt war es David möglich, ihn näher zu betrachten und er bemerkte zu ſeiner nicht geringen Be⸗ unruhigung, daß er einen Indianer, einen bisher noch nie in der Nähe des Forts bemerkten Gaſt, vor ſich habe. Da in der Halle immer einige geladene Gewehre der Vorſicht wegen aufgehängt waren, ſo griff David nach einem derſelben, um ſogleich zur Vertheidigung ge⸗ rüſtet zu ſein, falls der Fremde entſchieden ſchlimme Abſichten verrathen ſollte.
Allein der Indier ſtand nur einen Augenblick ſtill und warf unentſchloſſene Blicke auf das Haus. Unmit⸗ telbar hernach trat er auf die Thüre zu und pochte raſch an dieſelbe.
David, der von ihm nicht geſehen werden konnte, weil er im dichten Dunkel der Hausflur ſtand, rief nun, nachdem er ſich vergeblich bemüht hatte, die Züge des Indiers zu beſchauen:
»Wer iſt draußen?«
»Ein Freund! Unkas!« entgegnete die wohllautende, David ſehr gut bekannte Stimme des Indiers.
Bei dieſem Worte verklärte ſich der finſtere erwart⸗ ungsvolle Ernſt des Pflanzers ſchnell in den Ausdruck der Freude und des Wohlwollens. Er ließ ſich kaum Zeit, die Büchſe wieder an ihren Platz zu hängen: dann zog er die Riegel zurück, öffnete die Thüre und rief,
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