Druckschrift 
Der Missionair : Originalerzählung : zur Belehrung und Unterhaltung für die Jugend und ihre Freunde / von Philipp Koerber.
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Plötzlich ertönte faſt unter den Mauern des Forts ein greller, ſchrecklicher Schrei, ſo heftig und wild, daß er weithin in der ſtillen Umgebung vernehmlich war. Sogleich hierauf folgten Flintenſchüſſe und, ehe noch die Truppen Zeit zur Beſinnung hatten, ertönte ein Geheul von ſo barbariſcher Wuth, daß die Herzen ſelbſt der tapferſten Krieger vor Schreck erbebten. Dieſer gräßliche Laut ſchien die Luſt, die Erde, das Meer zu erfüllen; er ertönte mit gleich furchtbarer Stärke von allen Seiten, aus der Mitte des Lagers, wie aus der ganzen umgebung, vom Fort, wie von der Bai. Er ſchien von in der Luft ſchwebenden Dämonen, wie von hölliſchen Geiſtern, aus dem Innern der Erde erhoben zu werden. Kaum vermochten die Krieger ihre Waffen feſter zu faſſen, als ſie auch ſchon, gleichſam wie ein ſchwarzes Gewimmel, aus dem Innern des feſten Grundes heraus⸗ brechend, unzählbare verworrene Schaaren von blut⸗ gierigen Afrikanern rings umher auſtaumeln und auf⸗ ſpringen ſahen, die mit raſender Schnelligkeit auf ſie zuſtürzten und mit ſchreckbarem Kampfgeſchrei, mit thieriſcher Wuth ſich auf die Europäer ſtürzten. So ſchnell, ſo unerwartet und mit ſo furchtbarer Geſchick⸗ lichkeit wurde dieſer Ueberfall ausgeführt, daß die engliſchen Soldaten, gegen die er zunächſt gerichtet war, von ihren Waffen gar nicht den gewohnten Gebrauch zu machen vermochten, ſondern Mann gegen Mann