Wie ſind wir an der Zeit?
Eine kleine Geſellſchaft ſogenannter Stamm⸗ ℳ
gäſte, die an beſtimmten Wochentagen in der Weip⸗ ſtube des Poſtſtallmeiſters Herrle ihren Schoppen zu trinken pflegten, fand ſich heute ſpäter als gewöhn⸗ lich zuſammen. Ungewöhnlich früh dagegen war von Steinheim über den Main herüber der Pfarrer
Franz Jofeph Kuhn zur Stadt gekommen,— ein jeweiliger Gaſt, der aber heut als* Patient den Doktor Riviere— beim dritten Schoppen erwartete.
Dieſer junge, noch unverheirathete Doktor
hatte im hohen Erdgeſchoſſe des Hauſes zwei Zimmer
inne, und pflegte, von Natur lebhaft, geſellig und geiſtreich,p oft er Bekannte zu treffen dachte, in die Gaſtſtuße herüber zu kommen.
Es war im Nachſommer des Jahres 1792. Die prunkvollen Feſte in Mainz nach der Krönung
Koenig, Familien⸗Abende. 1. 1


