292 Sultan Bimbambum
Verax.. Des Schauſpiels Muſe will nicht länger bei Euch wohnen. Sultan. Erlogen! Haben wir nicht Dekorationen? Verar.
Dahin ſtirbt der Geſang in feinen Schmeichelliedern; Auch muß die Mahlerei zur Luͤge ſich erniedern. Dich, Popanz! mahlt man ſchön. Sultan.
Halt, Freund, nun hab' ich's ſatt! An meiner Schoͤnheit noch kein Menſch gezweifelt hat. Die Mahler bilden mich, das merke Dir, Du Tropf! Mit einem Lorbeerkranz um meinen dicken Kopf. Ein Fullhorn in der Hand, aus dem die Milde ſtrahlt,
Und Fruchte ſchuttl' ich aus— verſteht ſich nur gemahlt.
Den Neid, zu Fuͤßen mir, ſieht man mit Ruthen geißeln; Bildhauerei muß auch zu meinem Ruhme meißeln.
In dem geheimen Rath iſt, ſeit verwichnem März, Die Frau Juſtitia, verſteht ſich, nur von Erz.
2 alle dem iſt klar, Du ſei'ſt ein großer Luͤgner, Dr
um werd' in jener Welt geſcheiter und verſchwiegner;
In dieſer haſt Du Deine Rolle ausgeſpielt,
Denn ſieh nur, wie der Tod ſchon grimmig nach Dir ſchielt. Zwar ſind wir jederzeit geneigt zu Mild' und Gnade, und ließen Dich wohl ziehn mit einer Baſtonade,
Hatt' allenfalls Dein Mund den lieben Gott geſchmaͤht; Allein, bedenke ſelbſt, an unſrer Majeſtät
Haſt Du gefrevelt küͤhn, an unſres Thrones Erben, xn der Maitreſſe ſelbſt!— und darum mußt Du ſterben!—


