Teil eines Werkes 
11. Th. (1828) Sämmtliche dramatische Werke
Entstehung
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Mädch dſchaft

Roſe. Waͤr es moglich! Die unzertrennlichen Freundinnen? die Verfaſſerinnen jenes allerliebſten Brie⸗ fes? Darf man fragen, warum?

Lenore. Mamſell Wilhelmine—

Roſe. unmoͤglich kann ſie Schuld daran ſeyn. Ihre lebhafte Phyſiognomie, ihre Grazie, die ſuͤße Un⸗ ſchuld, der kein Herz widerſteht—

Lenore. Es iſt ja nur ein Kind

Roſe. Aber ein ſehr liebenswuͤrdiges Kind.

Lenore.(bei Seite) Er iſt raſend in ſie verliebt. Roſe. Ratalie hingegen ſieht ſo gut aus, iſt ein Engel von Sanftmuth.

Lenore.(gleichguͤltig) Ja, es iſt ein recht gutes Maͤdchen.

Roſe. Es wird nicht ſchwer halten, Sie wieder zu verſohnen. Sind wir nur erſt auf dem Wege nach

Conſtantinopel—

Lenore. Auf mich, Herr Ambaſſadeur, dürfen. Sie bei dieſer Reiſe nicht zählen.

Ro ſe. Himmel! was ſagen Sie!

Lenore. Reiſen Sie in Gottes Namen mit mei⸗ nen beiden Freundinnen. Ich habe keine Luſt, mich aufopfern zu laſſen.

Roſe. Aufopfern?

Lenore. Wilhelmine iſt ſo ſchon, Natalie iſt ſo gut— was brauchen Sie mehr? Sie nehmen mich doch nur aus Hoflichkeit mit.

Roſe. Wer wagt es, ſolche Läſterungen auszuſtoßen?