Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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Seit einiger Zeit war Stephaniens Großmutter leidend, bald brach ein hitziges Fieber aus und der Arzt fürchtete für das Leben der Madame Dolbert; da ließ ſich Stephanie an dem Bette ihrer Groß⸗ mutter nieder, ſie wich keine Minute davon; von Zizine unterftützt, die Alles aufbot, um ſich nützlich zu machen, bewachte das junge Mädchen die Kranke mit ſo vieler Sorgfalt, ſo vielem Eifer, daß nach wenigen Tagen die Gefahr gewichen war.

Aber während dieſer ganzen Zeit hatte ſich keine Minute gefunden, um mit Emil von Liebe zu ſpre⸗ chen: Stephanie würde ſich ſchuldig geglaubt haben, wenn ſie ſich mit irgend etwas Anderem als mit der Geſundheit ihrer Großmutter beſchäftigt hätte. Wenn ſich Delaberge an der Thür des Kranken⸗ zimmers zeigte, begnügte ſich Stephanie damit, ihn ſtillſchweigend zu betrachten oder ihm zuzulächeln, weil ſich ihre Großmutter beſſer befand.

Emil wagte nicht, ſich zu beklagen; er wartete, er lauerte auf den Augenblick, wo er würde han⸗ deln können.

Madame Dolbert war außer Gefahr, aber ihre Wiederherſtellung zog ſich ſehr in die Länge, und der Arzt hatte ihr große Schonung anbefohlen. Sie mußte beſonders ſpät aufſtehen und ſich frühe nie⸗ derlegen, da die Ruhe ihre Geneſung vollenden ſollte.

Stephanie wollte ihrer Großmutter immer Ge⸗ ſellſchaft leißen, Madame Dolbert aber, von der Sorgfalt, welche ihre Enkelin ihr hatte angedeihen