Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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Abend ein, das wird auf Eins herauskommen. Je⸗ denfalls kann man ſich nicht zu Tode arbeiten.

Lebt er vloß von ſeinen Renten, ſo ſagt er gar Richts; wenn ihn jedoch ſeine Frau fragt, wie viel Uhr es ſei, ſo küßt er ſie und erwiedert:Was liegt uns daran, wir haben ja keine Eile. Sind wir nicht unſere eigene Herren?

Er beweist ihr dieſes auch wohl noch durch an⸗ dere Gründe, die mit noch zärtlicheren Liebkoſungen begleitet ſind.

Madame läßt ſich gerne überzeugen; ſie findet, daß ihr Mann mit einer ſehr eindrucksvollen Beredt⸗ ſamkeit begabt iſt... und gratulirt ſich, einen Mi⸗ rabeau geheirathet zu haben. Sie gratulirt ſich über⸗ haupt.

Die Liebe genügt übrigens nicht allein zur Er⸗ haltung unſerer ſchwächlichen Maſchine; Cythere's Freuden greifen im Gegentheil unſern Magen an:

Sine Cerere et Baccho friget Venus. (Eſſen und Trinken hält Mann und Weib zuſammen.)

In kurzer Zeit geſteht unſer junger Ehemann, daß er Hunger habe; ſeine Frau antwortet:Das Frühſtück wird auf uns warten, wir wollen auf⸗ ſtehen.

Ei, deßhalb auſſtehen? ruft unſer Ehemann, ſeine Gattin mit verliebten Armen unmſchlingend, aus.Wir wollen im Bett frühſtücken, theures Herz⸗ das iſt weit hübſcher.

Madame hat Richts dagegen einzuwendenz ſie