änderungen ſeit Kurzem mit ihm vorgegangen wa⸗
67 1* einen kleinen Speiſeſaal und kam zum erſten Mal ſeit vielen Jahreu in das Zimmer meines Vaters. „Ich erinnere mich noch: das Zimmer war dunkel, es ſtand ein Bett in einem Alkov und große Vor⸗ hänge waren halb zugezogen. Ich ging leiſe näher: ich zitterte und fürchtete, für meine Kühnheit gezankt zu werden und man möchte mich fortjagen, wenn man mich ſehe. Doch näherte ich mich auf den Zehenſpitzen dem Bett und hielt den Athem an; nun ſah ich meinen Vater: er hatte die Augen geſchloſſen, aber die Bruſt ſchien leidend, was man ſehen konnte, obgleich er ſchlief; ich war bewegt, betrübt, denn zum erſten Mal bemerkte ich, welche ſchreckliche Ver⸗
ren. Er war ſo blaß, ſo mager, die Krankheit hatte ſo plötzliche Fortſchritte gemacht, daß er nur noch ein Schatten von ehedem war.
„Gerührt und unruhig betrachtete ich ihn lange unbeweglich, dann ſetzte ich mich in einiger Entfer⸗ nung vom Bette nieder, wagte nicht, mich zu bewe⸗ gen, aus Furcht, meinen Vater zu wecken, und war ganz erſtaunt über die neuen Gefühle, die ich em⸗ pfand.
„Ich war ſchon ſeit längerer Zeit da und meine einzige Furcht war, man möchte mich ſehen und mich dann aus dieſem Zimmer jagen, in das ich mich ge⸗ ſchlichen hatte, um zu bleiben, was mir doch ſo na⸗ türlich ſchien.
„Plötzlich höre ich Geräuſch im Alkov: mein Va⸗ ter war erwacht, er machte eine Bewegung, wie wenn


