Teil eines Werkes 
1. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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rief er dann aus—„Wo iſt er? wo iſt er 2“ WMit dieſen Worten raynte er, ohne auf et⸗ was weiter zu hoͤren, in ein Cabinert, wo er ihn verſteckt gläubte, und fand— die jungere Toch⸗ ter an ſeinem Schranke, die, durch Louis Brief noch mehr zur Eile aufgefordert, dieſen Augenblick des Alleinſeyns benutzen wollte. Das verſiegelte Papier in der Hand, ſank ſie bey des Vaters Eintritte vor Schreck in eine wirkliche oder erhaͤu⸗ elte Ohnmacht, aus welcher ſie der den gan⸗ en Zuſammenhang angenblicklich errathende Va⸗

ter mit Mißhandlungen weckte.

Nur mit der groͤßten Muͤhe, nur durch Be⸗ ſchwoͤrungen und Thränen, gelang es Lottchen, den aufgebrachten Vater einiger Maßen zu be⸗

ruhigen; aber, ſchien er auch einmahl gemaͤßi⸗

get, ſo brach doch ſein Zorn alle Angenblicke aufs neue aus, und er vermaß ſich hoch und theuer, das ungerathene Kind, die diebiſche Hure, morgenden Tages in das Spinnhaus zu bringen!

Erſt die Wiedererwähnung von Philipps Zu⸗

8 ruͤckkunft, welche Lottchen abſichtlich einmiſchte,

beſänftigte zuletzt ſeine Hitze. Er ſtieß Jettchen

von ſich, und fragte nach Philipp, ſeinrihne

Auf Lottchens Antwort, daß ſie ſeinen Aufent⸗ halt nicht wiſſe, gerieth er aufs neue in Feuer, und nur die Verſicherung, Pbilipp wolle dieſen

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wackeret Junge! o mein verlorner Sohn!“—