Teil eines Werkes 
1. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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2 ſie ſchon nicht ſtark genug, allem Flitter desſel⸗ ben zu entſagen, ſo blieb doch davon in ihrer Tracht nur ſo viel ſichtbar, daß ihre natürlichen Reitze durch geſchmackloſen Anzug nicht entſtellt wurden. 3

Ganz anders verhielt es ſich mit Zettchen⸗ Dieſe benutzte die jetzt erhaltene Muße bloß da⸗ zu, um ſich des Tages einige Mahl aus⸗ und an⸗ zukleiden, unterhielt insgeheim Briefwechſel mit einigen Staͤdterinnen, die ſie getreulich mit Neuig⸗ keiten und Modethorheiten verſorgten, ſuchte letz⸗ tere, ſo weit es die mitgebrachte Garderobe er⸗

laubte, im Kleinen nachzuahmen, und war anfaͤng⸗

lich nur daruber faſt untroͤſtlich, daß dieſe Herr⸗ lichkeiten niemanden, als die alte Magd und die Bauernweiber in der Kirche, in Erſtaunen ſetzten⸗ Dieſer Verdruß erhielt jedoch einige Milde⸗ rung, als es ihr auf einem Spaziergange gelang, mit dem auf Bärenklau hauſenden Fraͤulein, Ba⸗ het von Ilmenthal, bekannt zu werden, und verwandelte ſich kurz nachher in Entzuͤcken, da ganz unvermuthet Louis von Rothenbucha mit ſeinem nun zum Oberforſtmeiſter erhobenen Bru⸗ der Franz auf ihrer vaterlichen Burg eintrafen.

Die beyden Junker gaben ſich auch alle er⸗

finnliche Mühe, die ſeit kurzer Zeit unterbro⸗ chene Bekanntſchaft mit den ſchönen Jägermäd⸗ en wieder in Lat zu bringen, und benutzten