Teil eines Werkes 
3. Bdchn (1831)
Entstehung
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Reunundſiebzigſter Brief.

Hermine von Bören an Frau von Alboin.

Aus der Reſidenz, im Janugr 13*

Welch⸗ ein Brief, Geliebte! Sie nennen meinen jugendlichen Frohſinn, mein ſtolzes Selbſtgefühl ſtrafbaren Uebermuth? Sie tadeln mich, daß ich Vören der Unruhe heimlicher Eiferſucht preis gebe, und dieſe für unrecht erklären, indem ich ſelbſt ei⸗ nige Anlage dazu verriethe?— Wie, ſollte mein Derz dennoch geplaudert haben? Ich dachte, der Brief wäre auf das künſtlichſte ausgedacht, ich glaubte Ihre Meinung zu erforſchen, Ihren Troſt zu empfangen, ohne mich ſelbſt als den leideßden Theil zu verrathen, und ſchob daher Börens Eifer⸗ ſucht der meinen vor, die wirklich im Anzuge war. Jetzt haben, Gott Lob, Beider Qualen ihr Ende gefunden! Angela's Liebreiz ſcheint mir nicht ge⸗ fährlich zu ſein, und Graf Malvi wird nicht wie⸗ der unſer Haus betreten, dafür ſteh' ich! Ich