Teil eines Werkes 
2. Bdchn (1831)
Entstehung
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wenig doch da er ſo gutmüthig meine Hand faßte, und mir verſicherte, daß es ihm unendlich lieber ſei, einem Andern eine Freude damit zu machen, als ſie aufzubewahren, ſo nahm ich das Geſchenk ohne Ziererei, und trug es auf mein Zimmer. Ich hatte kurz darauf von den Herren Abſchied genvm⸗ men, weil ich meinen Brief vollenden wollte, und überdies noch Einiges anzuordnen hatte.— Es war über meinen Beſchäftigungen Nacht geworden, und der Mond leuchtete mir als willkommene Lam⸗ pe auf mein Papier. In dem Flügel des Schloſ⸗ ſes, wo das Beſuchzimmer iſt, waren die Lichter gelöſcht, ich glaubte den Grafen ſchon zu Hauſe, und wollte mich eben zum Schreiben niederſetzen, als ein Geräuſch am Fenſter mich aufmerkſam mach⸗ te. Die Pappel vor demſelben ſchwankte wie von einem ſtarken Sturme bewegt. Ich befürchtete ein Gewitter, und trat an's Fenſter. Da flüſterte ei⸗ ne leiſe Stimme:„Gute Nacht, Angela!“ Ein dunkler Schatten wurde im Laube des Baumes ſichtbar, ich ſah ſchärfer hin, und erblickte voll Schrecken den Grafen, wie er eben von der Pap⸗ pel herabglitt, und eilig in der Racht verſchwand. Ich hatte kein Wort gewinnen können, den Ver⸗ wegenen zu beſtrafen, eine unbeſchreibliche Angſt lag auf meiner Bruſt. Ich unterſuchte in meiner Verwirrung Schloß und Riegel, als hätt' ich es