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daß Herr Rudemar, trotz ſeiner fünfzig Jahre, von 1 den Liebhaberinnen in Rambervilliers noch ſehr ge⸗ ſucht war. Doch außer ſeinen körperlichen Vorzügen beſaß er auch noch werthvollere: er war gutherzig„ und menſchlich, man pries überall ſeine Wohlthätig⸗ 1 keit, wovon er einen Beweis abgelegt hatte, indem 55 er ein kleines, vier⸗ bis fünfjähriges Mädchen in ſei⸗ 4 nem Hauſe aufnahm und erzog, welches er ſeine Nichte nannte, und das, wie ich gerne glauben will, ihn nicht näher anging, obwohl die böſen Zungen(denn ſolche gibt es überall, ſelbſt in der Provinz) einander bisweilen etwas über die Herkunft Georginens, ſo heißt Herrn Rudemars Nichte, einander in's Ohr ziſchelten. So lange Jakobine Haushälterin bei dem Amts⸗ ſchreiber war, wurde Georgine geliebkost und ver⸗ hätſchelt. Sie kannte nur die Annehmlichkeiten des Le⸗ bens; ihre ganze Zeit war mit Tanzen, Eſſen, Trinken 3 und Spazierengehen ausgefüllt. Jakobine behandelte ſie mit einer wahrhaft mütterlichen Zärtlichkeit, wor⸗ 1 aus die böſen Zungen noch mehr Stoff für ihre Be⸗ 5 hauptung zogen; man ſagte nämlich: Jakobine habe ſich fünf Jahre vorher, als ſie bedeutend zugelegt 8 habe, beklagt, ſie ſei waſſerſüchtig und ſei deßhalb 87 mehrere Monate in ihre Heimath gegangen. 3 Vier Jahre nach Jakobinens Reiſe brachte Herr Rudemar eines Tages die kleine Georgine in ſein Haus und ſtellte ſie Jedermann als die Tochter ſei⸗ ner verwittweten Schweſter vor, die in Nancy ver⸗ heirathet geweſen und kürzlich, ohne der armen Geor⸗


