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und Adhemar bei Seite; dann die rechte Hand an die Naſe der Kranken legend, während die linke ſich ſanft auf ihren Kopf lehnte, ließ er ſie an einer un⸗ geheuren Knoblauchszehe athmen.—„Was haben Sie denn da!“ rief Adhemar,„Sie heben ihr ja eine Zwiebel unter die Naſe!— Eine!Zwiebel? das
wäre noch gut, wahrhaftig!“ ſagte Azema,„rie⸗
chen Sie nichts von dem Knoblauch, den er ihr hin⸗
hält!— Laſſen Sie mich doch machen!“ erwiederte
Trouillade, ſeine Kur fortſetzend.„Wenn ich Ihnen
Sſage, daß das unfehlbare Wirkung thut! Halten
Sie... ſehen Sie! Sie bewegt ſich... ſie ſchlägt die Augen auf...“ 3 Emmeline, deren Bläſſe jetzt weniger furchter⸗ regend war, bewegte ſich in der That auf ihrem Bett, ſchien jedoch mit der Hand das, was man ihr zu riechen gab, abwehren zu wollen, und bald darauf
ſtammelte ſie:„Legen... legen Sie doch dieſes weg,
ich bitte Sie.. Es macht mir ſchreckliche Herzbe⸗ klemmung, es wird mir dadurch nur übler!“
Als Adhemar ſah, daß Trouillade beharrlich fort⸗ fuhr, ſeine Knoblauchszehe unter die Naſe Emme⸗ linens zu halten, faßte er ihn mitten um den Leib,
ließ ihn einen Kreisſchwung machen und ſagte zu ihm:
„So legen Sie es doch weg... Sie ſehen ja, daß dieſer Geruch ihr widerlich iſt!— Ei! Sehen Sie denn nicht, daß ſie dieß ſo eben wieder zu ſich ge⸗ bracht hat?“ ſagte Trouillade, indem er ſich im Spiegel beſah und die Stellung ſeiner Gipsfigur annahm!—„Meiner Treu!“ ſagte Azema,„ich glaube


