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nichts Ausgezeichnetes, nichts beſonders Hübſches, aber ihre ganze Figur nahm ſogleich für ſich ein: ſie war groß, wohlgebaut, hatte die artigſten, ſtets dem zuten Ton entſprechende Manieren, endlich war die Ader ihres Geiſtes reich genug, um unge⸗ ſucht und ungezwungen ſich bemerkbar zu machen. Ihr Ausſehen war zuweilen ernſthaft und ſelbſt düſter; ſie war eine jener Damen, von welchen man keine jener Geſchichten zu erzählen weiß, die man Andern wieder zu berichten Anſtand nimmt, deren Lächeln und Beifallsbezeugung uns jedoch ſchmeichelt, ſo lange ſie nicht allzu verſchwenderiſch damit ſind.
Die Abendunterhaltungen des Herrn Bourdichon waren ſehr heiter; die Geſellſchaft dort war nicht ſehr zahlreich und vielleicht nicht ſehr geſucht, weil der Hausherr, in der Auswahl ſeiner Gäſte weniger bedenklich als Madame, ohne Umſtände oft ſolche Perſonen in ſein Haus einlud, mit welchen er im dritten Hauſe geſpeist oder eine Spielparthie gemacht hatte. Allein in der großen Welt iſt man nicht ge⸗ halten, ein ſtrenges Examen anzuſtellen mit all den Perſonen, mit welchen man dort zuſammentrifft; wäre es ſo, dürfte man nur mit Damen Umgang haben, deren Tugend ſtets untadelhaft war, oder nur mit unbeſcholtenen Menſchen, die das, was ſie wünſchen, daß man ihnen nicht thue, auch Andern nicht zu thun fähig ſind, dann würde man ohne Zweifel noch hie und da einen Menſchen treffen können, aber wie würden ſich die Reihen lichten, wie mager würden die Zuſammenkünfte werden, wie viele Sa⸗


