Teil eines Werkes 
3. Th. (1844)
Entstehung
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die Frauen allen möglichen, ſonderbaren, wunderlichen Launen unterworfen ſind. Sie verſtehen mich ſchon: ſie iſt ſchwanger. Wohlan, nachdem ſie bei Very herrlich zu Mittag geſpeist hat, thut ſie wie närriſch, weil ſie dieſe Kohlſuppe riecht, die man auf der Bühne ißt... ſie will durchaus auch von dieſer Suppe haben... und droht mir einen Kohlkopf zum Spröß⸗ ling zu beſcheeren, wenn ihr Verlangen nicht befrie⸗ digt werde... kein Opfer iſt mir zu groß, das Un⸗ glück zu verhüten, daß meine Frau ſtatt eines Sohnes einen Kohl zur Welt bringt. Hierauf antwortet ihm die Schließerin, welche eine gute Belohnung erwartet: Sein Sie beruhigt, mein Herr, ich will hinunter⸗ gehen und es dem Aufſeher ſagen, daß man Ihrer Frau Gemahlin etwas Kohlſuppe gibt, ich will es ſchon beſorgen. Ich danke tauſend Mal, liebe Frau, entgegnet Oskar. Verlangen Sie dann gleich viel, denn wenn meine Frau im Gaſthaus ißt, ſo läßt ſie ſich immer vier Portionen geben und es ſchadet ihr in ihrem gegenwärtigen Zuſtande gar nichts. Die Schließerin geht. Oskar ſetzt ſich wieder neben mich, und ich hätte mich faſt krank lachen mögen. Schweig doch, ſagte er,und ſtrecke den Bauch ein wenig heraus, damit meine Behauptung Grund zu haben ſcheint, wir werden jetzt auf Koſten der Theater⸗Adminiſtration zu Nacht eſſen, der wird es keinen Eintrag thun und uns macht es ein großes Vergnügen... Nach einer Weile erſchien die Schlie⸗ ßerin in der That mit einer ganz hübſchen Suppen⸗ ſchüſſel, einem tiefen Teller und einem Löffel; ſie